Historie
Im Rahmen der Landfestpiele im Reinstädter Grund wurde in den Jahren 2012 und 2013 bereits "Im Grunde Reich" aufgeführt; ein Musiktheater-Stück von Hans-Joachim Petzold.
Im Jahr 2015 wurde "Wolfsgeheul" in der historischen Turnhalle Gumperda aufgefhrt.

Wolfsgeheul

Samstag 7. Februar 2015 - 15 Uhr
Samstag 7. Februar 2015 - 19 Uhr
Sonntag 8. Februar 2015 - 16 Uhr

Vor mehr als 100 Jahren war der Wolf in Thüringen ausgerottet. Sein erneutes Erscheinen in unseren Tagen erhitzt die Gemüter der Menschen. Im Mittelpunkt des neuen Theaterstücks stehen der Schäfer Camillo und eine junge Wölfin. Ebenso kann man den sagenhaften Räuberhauptmann Käsebier wiedertreffen, der sich 2012 und 2013 bereits an der Kemenate die Ehre gab. Das Stück zeigt räuberische Charaktere, anstrengende Menschen und völlig neue Einsichten in das Wesen des Wolfs.

Wir bieten freche Unterhaltung mit handgemachter, frischer Musik.

Im Grunde Reich

6. September 2013, 20 Uhr
7. September 2013, 20 Uhr
8. September 2013, 16 Uhr
an der Kemenate Reinstädt (bei Kahla) - OpenAir

Ein Räuber, ein Pfarrer, vier Szenen
Musik, Schattenspiel und Bühnenzauber
Regionale Speisen und Getränke im Angebot

Aufführungsort

Die Kemenate Reinstädt ist ein Wohnturm des frühen 15. Jahrhunderts. Als herausragendes Baudenkmal des späten Mittelalters, gelegen in einer traumhaft schönen Landschaft, bietet das Kemenatengelände beste Bedingungen, um mit einem Musiktheaterstück in Geschichten über die Geschichte der Region einzutauchen. Seit den 1990-er Jahren ist die Kemenate vielen Besuchern durch die Reinstädter Landmärkte, Schülerprojekte sowie durch Feste, Feiern und Kulturveranstaltungen bekannt geworden.

Räuber und Pfarrer

Am Anfang war die Sage. Die Sage erzählt von einem denkwürdigen Besuch in einem Ort namens Pfarrkeßlar im Reinstädter Grund. Im 18. Jahrhundert besuchte der legendäre Räuber Käsebier den Pfarrer von Pfarrkeßlar in dessen Wohnhaus. Da Käsebier verkleidet auftrat und sich nicht zu erkennen gab, wurde er vom nichtsahnenden Pfarrer freundlich empfangen, bewirtet und erhielt Nachtquartier. Als Käsebier sich am Morgen offenbarte, fuhr dem Pfarrer der Schrecken in die Glieder, aber der Räuber ließ den gastfreundlichen Kirchenmann ungeschoren. Der wirkliche Räuber Christian Andreas Käsebiers Leben wurde 1710 in Halle geboren. Er zählte zu den berühmten Räubergestalten des 18. Jahrhunderts. Wie Zeitgenossen berichten, habe er weniger mit Gewalt, vielmehr mit Geschick, mit List und in verschiedenen Verkleidungen agiert. 1748 wurde Käsebier zu lebenslanger Haft verurteilt. Als der Preußenkönig Friedrich II. im Jahr 1757 Prag belagerte, ließ er den "Meisterdieb" Käsebier aus dem Gefängnis holen und schickte ihn als Spion in die Stadt. Käsebier nutzte die Gelegenheit zur Flucht. Über sein Lebensende schweigen die Quellen. Die sagenhafte Begegnung zwischen dem legendären Räuber und menschenfreundlichen Dorfpfarrer aus dem Reinstädter Grund liefert den Ausgangspunkt für die Rahmenhandlung des Musiktheaterstücks "Im Grunde reich". Im Stück begegnen sich Räuber und Pfarrer als miteinander vertraute Freunde. Beide haben nach ihrer ersten Begegnung einen ungewöhnlichen, allerdings nicht ganz legalen Pakt ausgehandelt, mit welchem sie die Welt ein wenig zu verbessern hoffen. Beim jüngsten Besuch des Räubers in Pfarrkeßlar stellt der Pfarrer dem Räuber ein neuartiges "Zeitfenster" vor, das Einblicke in die Geschichte erlaubt. Vier Mal wird das Fenster im Stück geöffnet. Zu sehen sind vier Episoden, die auf realen Geschichten und Personen beruhen. Was diese historisch verbürgten Gestalten in den einzelnen Episoden umtreibt sind Fragen des Reichtums und der Armut, Fragen moralischer Schuld und Sühne, Fragen der Liebe und der gesunden Ernährung. Damit wird dem Pfarrer und seinen Räuberfreund erstaunlicher Stoff für eine anregende Unterhaltung geliefert.

»Im Grunde reich« – Vier Szenen

Während Pfarrer und Räuber die Rahmenhandlung bauen, bilden vier Szenen mit historischem Hintergrund die Füllstücke des Theaterabends. Vom späten Mittelalter, für das auch der Aufführungsort Kemenate Reinstädt steht, spannt sich der Bogen bis in die Gegenwart. Tragische Ereignisse dokumentiert die Geschichte in der Regel am besten. Im Stück werden diese oft als Anlass genommen, in der Entwicklung jedoch verblüffende Wendungen und heitere Momente betont und herausgearbeitet. Wo Überlieferung lückenhaft ist, bietet sich der freie Raum an, um komische, unerwartete und freche Situationen zu konstruieren, die in ihrer Gesamtheit ein "im Grunde reiches" Leben stehen.